1. – 4. Schuljahr

Susanne von Braunmühl

Spurensuche im Krippengewimmel

Hinweise und Ideen zur Arbeit mit dem Wimmelbild

Die Krippe in Bethlehem zieht viele Besucher an: Tiere, Hirten und vielleicht noch ganz andere Gestalten. Das Kind Gottes wird nicht als großer König geboren und in einem Palast umsorgt. Es zeigt sich von Anfang an als verletzlich, klein und sogar ausgestoßen. Es wird sogar in einer Krippe entdeckt: Die biblische Geschichte nach Lukas erzählt von Hirten, denen die Engel den Weg zum Kind in Windeln weisen. Die Geschichte nach Matthäus erzählt von Weisen, die dem Stern nachspüren. Auch wenn die Weisen das Kind in einem Haus finden, so zeugen sie doch davon, dass sich sogar Menschen vom anderen Ende der Welt auf die Suche nach dem Kind Gottes machten.
Gott wird Mensch und er lässt sich entdecken, wenn man den Zeichen nachspürt. Jesus zeigt sich nicht im Prunk dieser Welt, sondern dort, wo kein Platz zu sein scheint. Und gerade dort entsteht Platz für so viele.
Vielfalt an der Krippe Gewimmel als theologische Idee
Nicht zufällig wurde das Krippenmotiv im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu aufgegriffen und durch Motive ergänzt: Oft finden sich Ochs und Esel ganz selbstverständlich an der Krippe. Die beiden Figuren entstammen wahrscheinlich einem Jesaja-Zitat: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennts nicht, und mein Volk verstehts nicht. (Jesaja 1,3) Sie bebildern die Kritik daran, dass der ersehnte Messias von den Tieren, nicht aber von Menschen erkannt wird.
In vielen Krippen begegnen sich Hirten und Weise, die häufig als Könige dargestellt werden. Wenn diese Zusammenführung auch nicht biblisch ist, so kann sie doch theologisch gedeutet werden: An der Krippe versammeln sich einfache Menschen, ausgestoßene und auch gebildete, gar adelige. Das Kind Gottes spricht alle an, die sich für die Weihnachtsbotschaft öffnen mögen sie auch noch so verschieden sein.
Ein Blick auf Krippendarstellungen in verschiedenen Kulturen erweitert und verstärkt diese Einsicht noch: Die weihnachtliche Szene wird durch Figuren mit unterschiedlichen Hautfarben und durch weitere Menschen- und Tierfiguren ergänzt.
Und heute? Jedes Jahr zur Weihnachtszeit „machen wir uns auf den Weg zur Krippe und können etwas von der Tiefe und Bedeutung der Botschaft Gottes für die Welt spüren. An der weihnachtlichen Krippe versammeln sich Alt und Jung, Reich und Arm, Beheimatet und Heimatlos
Auch überfüllte Weihnachtsgottesdienste erinnern an ein Gewimmel an der Krippe.
Die Arbeit mit dem Wimmelbild
Zur Darstellung der Vielfalt an der Krippe bietet sich deshalb in besonderer Weise ein Wimmelbild an, das sowohl Szenen aus den biblischen Geschichten und der Weihnachtstradition als auch Szenen aus dem Weihnachtsgeschehen bei uns zeigt. Um das wichtige Krippenmotiv und die Weihnachtsszene zu deuten, bedarf es der Kenntnis des biblischen Befundes. Gleichzeitig ist es aber auch unerlässlich, nach aktuellen Bezügen zu fragen und Erfahrungen mit weihnachtlichen Bräuchen auf den Grund zu gehen.
Deshalb möchte das hier angebotene Wimmelbild Anregungen für Entdeckungen geben, zum Herstellen von Verbindungen zwischen den Motiven einladen und zur Deutung herausfordern.
Zum Aufbau des Wimmelbildes
In der Mitte des Bildes steht die Krippe, wie sie Franz von Assisi aufstellen ließ. Oben entdecken Sie Maria und Josef, die sich auf den Weg nach Bethlehem machen. Neben ihnen lagern die Hirten auf dem Feld und erhalten die Botschaft des Engels. In der Mitte rechts erklärt Jesaja seine Prophezeiung. Oben links entdecken die drei Weisen den Stern und verweisen auf die Worte des Jesaja. Sie machen sich mit ihren Gaben auf den Weg. Unterwegs halten sie beim Palast des Herodes an, kommen dann zur Krippe und erfahren im Traum, dass sie auf dem Rückweg nicht wieder Herodes aufsuchen sollen. Auf der unteren Seite des Bildes entdecken Sie Bilder aus heutiger Zeit, wie z.B. den Tannenbaumverkauf,...

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